Nicht nur Strand…

Hallo ihr Lieben,

Fast zwei Wochen sind schon vergangen, seitdem ich in Sued Afrika gelandet bin. Meine Guete war ich froh endlich wieder frische Luft einatmen zu können. Die Natur hier ist wunderschön. In den ersten Tagen haben wir in einem Adventure Resort hier übernachtet. Wir haben eine zwei stündige Wanderung durch die Wälder hier gemacht und sind am Strand geendet (siehe Bilder). Ich habe es in Indien nicht mal richtig gemerkt, dass ich so Naturdeprimiert war, bis wir an diesem Strand angekommen waren. Es war wunderschön und gar nicht mit Indien (zumindest in den Teilen in denen ich war) zu vergleichen. Nach drei Tagen ging es dann auch schon in unsere Gastfamilien. Um ehrlich zu sein ging das alles sehr schnell, aber so schlimm war das auch gar nicht, da meine Familie hier wirklich unglaublich lieb ist. Ich habe eine Gastschwester, Dee (26), die super temperamentvoll ist, einen Gastbruder Nathan (11), der leider etwas schüchtern ist und bis jetzt immer noch kein Wort mit mir oder Rachel (meinem Roommate) gewechselt hat und dann ist da noch meine Gastmutter Lee (50). Wir wohnen in einem Town Ship in der nähe von Plettenberg Bay in einem kleinen Backsteinhaus am Rande des Town Ships. Unser Town Ship ist eines der kleinsten und wie überall auf der Welt wird in kleinen Gemeinden viel geredet. In Hamburg ist einem das ja auch nicht gerade fremd. So gibt es hier jeden morgen neue Geschichten über die Nachbarn, die dann auch gerne mal zur Familie gehören. Crags, so heist das Town Ship in dem ich wohne, hat eine Bücherei und eine kleinen Klinik. In dieser Klinik habe ich diese Woche gearbeitet. Ich wiege Babies, arbeite an der Rezeption und sortiere Dokumente. Die Managerin der Klinik nimmt mich manchmal in Behandlungen mit rein. Die erste Patientin, bei der ich mit in die Behandlung durfte, war eine AIDS Patientin. Sie hat seit 10 Jahren AIDS, ist im letzten Stadium, wiegt nur nich 36kg und hat zum dritten mal Tuberculosis. Beverly (so heist die Managerin) hat mir gesagt, dass sie die Medikamente nicht Regelmäßig nimmt. Als ich gefragt habe warum meinte die Patientin nur müde, dass sie trinkt. In unserem Town Ship ist angeblich viel Alkoholismus. Was mich überrascht hat war die Offenheit, der Patientin über ihre Krankheit und die restlichen Umstände. In der Woche davor habe ich Hausbesuche gemacht und bin im Auto rum gefahren, habe Kondome verteilt und HIV Tests gemacht. Ich muss sagen das war für mich wirklich nicht einfach. Die Hausbesuche haben mich nicht ganz so sehr getroffen, aber am letzten Freitag haben wir 10 junge Männer auf HIV getestet. Einer hatte es schon, zwei haben den Test verweigert und 2 wurden positiv getestet. Das hat mich mitgenommen. Bei dem Moment dabei zu sein und seine Reaktion auf das Testergebnis zu sehen war niederschmetternd. Die Arbeit hier ist also gerade psychisch nicht ganz einfach, aber dafür haben wir ja zum Glück unsere Seminare in denen wir immer noch sehr interessante Fragen diskutieren und uns gegenseitig aufbauen. Es hilft einfach, wenn man sich mit Leuten austauschen kann, die gerade die selben Erfahrungen machen. Auch wenn ich mich in unserem Town Ship sehr sich fühle, hört oder sieht man immer mal wieder Dinge, die mich zum Nachdenken bringen. Die Häuser in denen die Menschen hier wohnen sind teilweise nur kleine Blech oder Holzhütten und die Hygienezustände in den Häusern trägt sichtlich nicht zur Gesundheit, der Patienten bei. Von dem Alkoholismus hier habe ich ja schon kurz gesprochen, aber es gibt auch einige die hier Drogen nehmen. Es wird daher viel gestohlen und gerade in der “Taverne” (Bar) hier im Town Ship (wo wir nicht hin dürfen) ist Gewalt keine Seltenheit. Aber wie schon gesagt, fühle ich mich trotzdem sehr sicher. Meine Familie passt gut auf uns auf, wir sind immer zu zweit unterwegs und da wir in der Klinik arbeiten kennen uns auch schon einige Leute und respektieren uns. In den letzten Jahre haben die TBB Schüler in reichen weissen Gastfamilien gewohnt und sind dann zur Arbeit in die Town Ships gegangen. Das hat sicherlich auch Vorteile, ich würde mich dabei aber irgendwie unwohl fühlen. Es fühlt sich gut an ein bisschen ein Teil dieser Gemeinschaft hier zu sein. Und auch wenn wir noch sehr Offensichtlich Ausländer sind, fangen die Menschen hier an dich mehr zu respektieren, sobald du ihnen sagst, dass du hier wohnst. Also Sued Afrika ist auf jeden fall ein sehr interessantes Land mit einigen Konflikten auf jeden fall. Aber auch unglaublich liebenswerten Menschen, wunderschöner Natur und als Tour auch ziemlich coolen Aktivitäten. Ich bin gespannt noch mehr zu erfahren und zu erleben.

Bis dann, Juli

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Ein Gedanke zu “Nicht nur Strand…

  1. Leonore wuensche

    liebste julia, , fast am ende deiner reise. wieder ein hoch interessanter Artikel von dir. aber ein wenig angst hätte ich doch. du schreibt das alles also du es nicht anders gekannt hat. was wiederum eine Erfahrung. für mich war sued Afrika das schönste land wo ich jäh war. allerdings die Konflikten die dort sind und du mitten drin sind, sind sicher nicht leicht zu verarbeiten. du hast natürlich voll Sommer dort. nur noch ganz wenig und du bist wieder ins solide hamburg mit viel regen. freue mich tierisch auf alle deine berichten persönlich. alles liebe und noch eine tolle zeit. manchmal denke ich nun hast du die ganze Erfahrung für dein weiteres leben. xxxxxx

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